Pilzzucht auf Holz | Baumstämmen


Baumstämme können ganzjährig mit Impfdübeln oder Pilzbrut beimpft und im Garten aufgestellt oder vergraben werden. Die Baumstämme liefern, nachdem sie vollständig vom Pilz-Mycel durchwachsen sind, über mehrere Jahre leckere, frische Pilze.  Wichtig hierbei ist, die Baumstämme, gerade in der Anfangsphase, frostfrei, aber auch nicht bei über 25 °C zu lagern.

 

Um Speisepilze auf Baumstämmen zu kultivieren, werden Laubbaumhölzer verwendet, wie Esche, Ahorn, Buche, Birke, Erle, Kastanie o.ä., mit Rinde und max. 4 Monate nachdem der Baum gefällt wurde. Ideal sind Stämme mit einer Länge von 50-80 cm und einem Durchmesser von 15-25 cm.

 

Beachten Sie unbedingt, dass das Holz nach dem Schlagen zunächst 4 Wochen gelagert werden sollte, damit Stoffe, die der lebende Baum produziert hat, um Pilze in der Natur abzuwehren, aus dem Holz entweichen.   

 

Austernseitling | Pleurotus ostreatus

Kräuterseitling | Pleurotus eryngii

Pioppino | Agrocybe aegerita

Shiitake | Lentinula edodes


Vorbereitung und Beimpfen der Baumstämme mit Impfdübeln


Stehen ein Paar schöne Baumstämme zur Verfügung, können diese einfach mit Dübelbrut beimpft werden. Die Impfdübel sind bereits vollständig vom Mycel durchwachsen und eignen sich hervorragend, um das Mycel auf den Baumstamm zu übertragen. 

 

  • Dazu werden die Baumstämme zunächst 48 Stunden mit Leitungswasser gewässert. Das funktioniert wunderbar in der Badewanne oder in einem großen Eimer/Faß. 
  • Nach dem Wässern werden die Baumstämme zunächst einen Tag lang, z.B. auf einer großen Plane, getrocknet
  • Anschließend werden die Stämme gleichmäßig verteilt mit Bohrlöchern versehen und mit Mycel durchwachsenen Impfdübeln bestückt.
  • für unsere Impfdübel mit den Maßen 80 mm x 30 mm benötigen Sie einen 9er Bohrer  

 

Beim Bohren der Löcher ist Vorsicht geboten. Wird zu schnell gebohrt, erhitzt sich das Holz stark, was zur Folge hat, dass das Mycel das Holz nur sehr schwer und langsam besiedeln kann. Wählen Sie den Durchmesser der Bohrlöcher genau so groß, dass die Dübel direkt am Holz anliegen und kein Spiel haben. Des Weiteren sollen die Impfdübel vollständig im Holz verschwinden! So kann das Mycel schnell auf den Baumstamm übersiedeln. 

 

Bestücken Sie den Baumstamm auch an den Schnittflächen mit Bohrlöchern und Dübeln. Nachdem die Bohrlöcher mit den Dübeln bestückt sind, werden diese mit Klebeband oder flüssigem Wachs von einer Kerze versiegelt.

 

Zunächst werden Löcher gleichmäßig verteilt ins Holz gebohrt

Anschließend werden die Impfdübel vollständig in den Bohrlöchern versenkt und mit Klebeband oder Wachs versiegelt


Lagern und Durchwachsen der beimpften Hölzer


Das Mycel durchwächst die Baumstämme, abhängig von der jeweiligen Pilzgattung, innerhalb der nächsten 10-16 Wochen. Während der gesamten Durchwachsphase werden die Baumstämme bei 10-25 °C im gut durchlüfteten Keller oder an einem schattigen Platz im Garten gelagert und permanent feucht gehalten. Dazu empfiehlt es sich das Holz z.B. mit einer Folie oder Jutesäcken abzudecken und gelegentlich mit frischem Leitungswasser zu besprühen.

 

Achten Sie auch stets darauf, dass genügend Frischluft an die beimpften Baumstämme gelangt, sonst besteht akute Schimmelgefahr und die Stämme werden unbrauchbar !!! Sobald neben den Impfdübeln weißes Mycel sichtbar wird, sind die Baumstämme durchwachsen und die Fruchtkörperbildung kann eingeleitet werden.

Einleitung der Fruchtkörperbildung


Suchen Sie sich nun einen schattigen Platz in Ihrem Garten und stellen die Baumstämme senkrecht dort auf. Die unteren 15 cm des Stammes werden eingegraben, die Erde rund um den Baumstamm und das Holz regelmäßig gewässert. Beachten Sie bitte den Abschnitt "Besonderheiten bei Shiitake-Kulturen".

 

Es erscheinen die ersten Fruchtkörper, sobald die Umweltbedingungen zur Fruchtung der jeweiligen Pilzgattung günstig sind. Da Schnecken Pilze ebenfalls lieben, schützen Sie die Stämme gut vor diesen gefräßigen Zeitgenossen z.B. durch einen kleinen Zaun. 

 

Schneckenkorn und andere chemische Schädlingsbekämpfungsmittel dürfen auf keinen Fall eingesetzt werden. Die darin enthaltenen Stoffe können sich in dem Mycel anreichern und so vom Menschen beim Verzehr mit aufgenommen werden. 

Besonderheiten bei Shiitake-Kulturen


Baumstämme mit Shiitake Kulturen benötigen keinen Kontakt mit dem Boden, um Fruchtkörper zu bilden. Es reicht also aus, die beimpften und durchwachsenen Stämme an einen schattigen Ort aufzustellen oder an eine Wand oder einen Zaun etc. anzulehnen.

 

Um die Fruchtkörperbildung einzuleiten, wird der vollständig besiedelte Stamm für ca. 24 Stunden in kaltes Wasser eingelegt, anschließend abtropfen gelassen und dann mit der Schnittkante mehrere Male auf den Boden aufgeschlagen. Dadurch lockert sich das Mycel im Baumstamm auf und wird angeregt, Fruchtkörper zu produzieren.

 

Bereits 14 Tage danach zeigen sich die ersten Mini-Fruchtkörper des Shiitake. Nach der Ernte benötigen die Stämme etwa 6 Wochen Ruhe und liefern erneut leckere Shiitake-Pilze, nachdem die "Wässern und Aufschlagen" - Prozedur wieder durchgeführt wurde. 

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